tieraerztliche-hausapotheke

Update, besonders wichtig für Katzen- und Frettchenhalter! COVID bei Haustieren

Ganz aktuell wurde eine chinesische Studie vorab veröffentlicht, die den bisherigen Wissensstand und die Empfehlungen in wesentlichen Teilen verändert. Es handelt sich um gezielte Infektionsversuche bei Haustieren, um die Empfänglichkeit für SARS-Corona 2 zu testen. Wie schon beim originalen SARS Virus zeigten sich Frettchen und Katzen leider als empfänglich, wobei dies Frettchen regelmäßiger betraf als Katzen. Die auch getesteten Hunde, Schweine, Hühner und Enten wurden als nicht relevant eingestuft.
 
‼Gleichzeitig berichtet der deutsche Virologe, Prof. Streeck, dass er bei Rachenabstrichen von Katzen infizierter Besitzer KEIN Virus nachweisen konnte. ‼

In der chinesischen Studie wurden klinische Erkrankungen von Frettchen und Katzen nicht beobachtet.

Katzenwelpen zeigten aber pathologische Veränderungen bei der Sektion, die bei Jungkatzen im Alter von 8 Monaten nicht nachzuweisen waren, und es zeigte sich, dass Katzen in dichtem Kontakt auch andere Katzen anstecken konnten.

Das Virus vermehrt sich nur im oberen Atemwegstrakt und wird dort offenbar neutralisiert und an der weiteren Verbreitung im Körper gehindert. Lediglich noch im Darm (und daher dann auch im Kot) läßt sich Virus durch Abschlucken nachweisen. Ausnahmen wurden bei Katzenwelpen durch ihr noch schwach ausgebildetem Immunsystem beobachtet.

Es besteht eine bislang noch nicht klassifizierbare, theoretische Gefahr, dass das Virus bei sehr engem Kontakt (face to face) auf Menschen übertragen werden kann. Diese scheint nach wie vor sehr gering zu sein, und es besteht kein Grund, in Panik zu verfallen oder Katzen abzugeben!

Die Nachricht, das Frettchen (wie bei vielen viralen Atemwegserkrankungen) empfänglich sind, bedeutet aber auch, dass sie für Impfstoff Versuche eingesetzt werden können.

Die Nachricht, dass sich das Coronavirus in Katzen vermehrt und dass Katzen das Virus auch auf andere Katzen übertragen können, ist natürlich keine schöne Nachricht.

Dennoch gibt es noch viele offene Fragen, so z.B. ob die im Versuch verwendete Infektionsdosis den Bedingungen im realen Leben entspricht, und wie oft eine solche tatsächlich geschieht.

Auch wurden, da es sich um Tierversuche handelte, nur eine relativ geringe Anzahl von Tieren untersucht.

Zudem beschränkte sich die Auswahl auf junge Tiere, da diese ein weniger trainiertes Immunsystem haben und leichter zu infizieren sind. Die Resistenz nahm mit dem Alter zu, und es ist noch völlig unklar, inwieweit diese Ergebnisse auf Katzen aller Altersgruppen zu übertragen sind.

Die tatsächlich gemeldeten Infektionen von Katzen oder Hunden (4 weltweit) deuten darauf hin, dass dieser Übertragungsweg eine ganz untergeordnete Rolle spielt.

Nochmal, Professor Streeck berichtete im Fernsehern, dass er bei Rachenabstrichen von Katzen im Bereich Gangelt KEIN Virus nachweisen konnte.

Auch bei Katzen geschieht die Übertragung durch Tröpfcheninfektion. An  Corona erkrankte Katzenbesitzer sollten daher den dichten Kontakt vermeiden, insbesondere ihren Katzen ins Gesicht zu atmen oder sogar zu husten.

Es ist davon auszugehen, dass die offiziellen Gremien entsprechende Empfehlungen aussprechen werden. Die hier veröffentlichten Ergebnisse und Empfehlungen beruhen auf dem Stand der Wissenschaft vom heutigen Tag. Wir werden uns bemühen, Sie auch hier auf dem Laufenden zu halten.

Hier finden Sie eine sehr gute Stellungnahme der Veterinärmedizinischen Universität München: https://www.med.vetmed.uni-muenchen.de/baukasten-startseite/index.html#haustiere

Originalbeitrag vom 28.3.2020:

Das Wichtigste zuerst, trotz des COVID-positiven Ergebnisses einer belgischen Katze besteht immer noch kein Grund, davon auszugehen, dass Hunde oder Katzen zu einer Übertragung und Verbreitung des neuen Coronavirus beitragen können. Dies sind die offiziellen Standpunkte des Weltverbandes der Kleintierpraktiker wie auch von befragten Virologen.

Sowohl bei den 2 Fällen in Hongkong als auch dem in Belgien handelte es sich um Tiere von an COVID erkrankten Personen, die zudem in extrem dichtem Kontakt mit ihren Besitzern waren. Sie waren also einer hohen Dosis des Virus ausgesetzt. Die Hunde waren völlig asymptomatisch, bei der Katze ist nicht klar, ob die Magen-Darm-Symptomatik mit dem Virus zusammenhängt. Wahrscheinlich ist es nicht.

Dennoch handelt es sich um eine Zoonose, da das SARS-CoV-2 ausgehend von Fledermäusen und vermutlich über Pangolins zum Menschen gelangt ist. Auch konnte das originale SARS-CoV in Einzelfällen auf Katzen und Frettchen übertragen werden, so dass die unten genannten Hygieneregeln gerechtfertigt sind. Wenn keine stille Infektion stattfinden kann, kann sich das Virus auch niemals an andere Tierarten anpassen. So kann jede/r vorbeugen, dass sich die entspannte Lage auch nicht ändert.

In Hongkong sind bislang 18 Tiere von an COVID erkrankten Bewohnern in Quarantäne genommen worden und genau untersucht worden. 16 von ihnen waren negativ, die zwei positiven wiesen nur sehr geringe Virusmengen auf und zeigten keinerlei Symptome.

Zum momentanen Zeitpunkt ist eine Corona Infektion von Haustieren kein Problem, wie auch eine große Studie des internationalen Labors IDEXX beweist, bei der unlängst tausende von Hunden und Katzen untersucht wurden. Das Labor fand nicht eine einzige positive Probe.

Allgemeine Hygieneregeln wie Händewaschen, aber auch das Vermeiden des direkten Gesichtskontaktes wie Küsschengeben o.ä. von Corona-positiven Menschen mit ihren Haustieren sollten aber selbstverständlich sein. In allen drei Fällen von positiv getesteten Tieren wurden diese Regeln nicht eingehalten.

Sie finden den o. g. Text ebenfalls auf unser Facebook-Seite; Suchbegriff: „Tierärztekammer Nordrhein“.

Klicken Sie gerne auf den „Like-Button“ auf unserer Facebook-Seite und abonnieren uns dadurch (selbstverständlich kostenlos), um automatisch über neue Beiträge informiert zu werden!

In diesem Zusammenhang möchten wir Sie ebenfalls auf nachfolgenden Link hinweisen:

www.fecava.org/news-and-events/news/fecava-statement-on-covid-19-and-pets/